Termine

1. Sozialwirtschaftliche Managementtagung in Villingen-Schwenningen, 27. Juni 2019

Eine Veranstaltung von Herrn Prof. Dr. Reiss und Herrn Prof. Dr. Steffen Arnold am Donnerstag, 27. Juni 2019, in der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen … mehr

24. Sozialwirtschaftliche Managementtagung in Mainz

Eine Veranstaltung von Herrn Prof. Dr. Reiss am Mittwoch, 7. März 2019, in der Hochschule Mainz … mehr

Justizministerium erweitert wissenschaftliche Expertise – Prof. Dr. Reiss wird wissenschaftlicher Fachberater für den Justizvollzug

Die Herausforderungen im Justizvollzug sind vielseitig. Justizminister Mertin bestellt Wissenschaftler zur effektiven Unterstützung des Strafvollzugs,damit die notwendige Gewährleistung von Sicherheit gesichert wird. Die wissenschaftliche B … mehr

1. Sozialwirtschaftliche Managementtagung in Villingen-Schwenningen, 27. Juni 2019

Eine Veranstaltung von Herrn Prof. Dr. Reiss und Herrn Prof. Dr. Steffen Arnold am Donnerstag, 27. Juni 2019, in der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen

Gestaltung des Flyers und des Informationsmaterials: Eigene Gestaltung und seideldesign, Matthias Seidel

 

Sozialwirtschaft digital: hopp oder topp?

Pflegeroboter unterstützen bei der Pflege und Tablets bei der Dokumentation Allerdings: Mit Künstlicher Intelligenz (KI) lässt sich auch perfekt fälschen und Menschen überwachen. Die 1. Sozialwirtschaftliche Managementtagung in der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen am 27. Juni 2019 hätte aktueller und gesellschaftlich bedeutender nicht sein können. Sie stand unter dem Motto Der „digitalen Gefahr“ begegnen: Vertrauen aufbauen – Controlling gestalten – IT nutzen. Sie folgte damit ihrer „Mutter“-Veranstaltung, die am 7. März 2019 in Mainz stattfand.

 

„Unstrittig ist, dass das Thema Digitalisierung und die damit verbundenen Heraus-forderungen dem Grunde nach branchenübergreifend das große Zukunftsthema bzw. der Megatrend ist, der inzwischen fast alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche erreicht hat – insbesondere auch die Sozialwirtschaft“ – mit diesen Worten eröffnete Professor Dr. Steffen Arnold die Tagung mit rund 75 Führungskräften aus der Sozialbranche aus ganz Deutschland. „Häufig überlagern Fragen, wie man durch die Digitalisierung die Produktivität erhöhen und die Wirtschaftlichkeit verbessern kann, diese Thematik. Ohne dies in Abrede stellen zu wollen, kommen in diesem Kontext jedoch Fragen nach ethischen Regeln – vor allem in der Sozialwirtschaft – vielfach zu kurz.“ Auch hierzu möchte die Tagung einen Beitrag leisten.

 

Was alles bereits technisch möglich ist, darauf ging gleich zum Auftakt Holger Volland, Vice President der Frankfurter Buchmesse GmbH, in seinem Vortrag ein: „Die kreative Macht der Maschinen: Warum künstliche Intelligenzen bestimmen, was wir morgen fühlen und denken“. Nach seinen Worten sind die technischen Durchbrüche auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz atemberaubend rasant vorangeschritten. Unter künstlichen Intelligenzen versteht Volland KI-Anwendungen, „die eigene kreative Schöpfungen erstellen und Musik, Bilder oder Designs erschaffen können.“ Das gelingt ihnen nach seiner Darstellung vor allem deshalb, weil sie permanent hinzulernen und so ihre Ergebnisse immer weiter verbessern: „Wir alle müssen immer häufiger mit den kreativen Ergebnissen von Maschinen konkurrieren und uns an deren Perfektion messen lassen. Dieser Wettstreit wird uns tendenziell unglücklich zurücklassen. Und nicht zuletzt bedeutet es auch, dass ein großer Teil unserer medialen Welt nicht mehr von Menschen verantwortet wird, sondern von Maschinen, die damit einen immer größeren Einfluss auf unser Erleben, Denken und Fühlen bekommen.“

 

Anschließend ging es wie in den vergangenen Jahren in die Workshops, die jeweils zwei Mal durchgeführt wurden, um möglichst vielen mindestens zwei Teil-nahmen zu sichern. Im Forum Recht klärten Dr. Susanne Meckle und Nikolai Fritsche von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Stuttgart über die rechtlichen Herausfor-derungen für Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft auf. Hinsichtlich moderner Beschaffung wiesen sie unter anderem darauf hin, dass noch immer zu oft und zu schnell einfach zum Hörer gegriffen werde und Aufträge vergeben würden – und zwar ohne ein Markterkundungsverfahren als Instrument zur Entwicklung eines strategischen Einkaufs. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung werde die Beschaffung gehalten sein, vermehrt IT-basierte und technogische Lösungen einzusetzen. Der öffentlichen Hand und den Gesundheitseinrichtungen fehle es an tiefergehender Erfahrung und Standardisierung entsprechender Vergabeprozesse. Beim Thema Innovation stellten sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem die Möglichkeit einer Innovationspartnerschaft vor. Diese erleichtere öffentlichen Auftraggebern den Erwerb von Produkten und Dienstleistungen, die auf den Märkten noch nicht vorhanden sind. Das Verfahren eigne sich jedoch nur bei komplexen Produkten und Leistungen, da beide Seiten Ressourcen aufwenden müssten und die Mehrstufigkeit viel Zeit erfordere. Generell machten die beiden Referenten deutlich, dass viele Prozesse und Verfahrensweisen in den Sozialorganisationen und Gesetze noch aus der Zeit vor der Digitalisierung stammten. Diese gelte beispielsweise auch für den Arbeitsschutz.

 

Im Forum Controlling-Praxis stellte Regine Kraus-Baumann von der TASCO Revision und Beratung GmbH in Wiesbaden ein Rechnungswesen in NPO-Einheiten vor, dass – strukturiert und effizient aufgebaut – ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der Organisationen sein wird. Der Beitrag machte deutlich, wie Geldbewegungen sicher, vollständig und zeitnah überwacht werden können. Ebenso wurden Instrumente veranschaulicht, wie einzelne Leistungsbereiche wirt-schaftlich überprüft werden können und wie man als Entscheider ein „echtes“ Bild der finanziellen Lage von Leistungseinheiten bekommt. Darüber hinaus konnten Empfehlungen an Strukturen, Maßnahmen und Kontrollen aufgezeigt werden, die bei einem effizienten Rechnungswesen erfüllt sein sollten.

 

Im Forum IT stellte Jens Schmidt von der Konica Minolta IT Solutions GmbH in Stuttgart, in seinem Workshop mehrere Möglichkeiten in seinem Live Hacking – The Digital Enemy vor, sich vor Angriffen auf mehr oder weniger gut geschützte Hard- und Softwarestrukturen abzusichern. Zur Demonstration wurde den Teilneh-menden vorgeführt, wie einfach es letztlich ist, einen Rechner, aber auch mobile Endgeräte, mit einem Virus zu infizieren. Exemplarisch wurden auch Benutzernamen und Passwörter von einer Webseite abgefangen. Auch wurde die Funktions-weise einer Ransomware erklärt und dargestellt, warum „normale“ Anti-Virus-Programme in der Regel damit überfordert sind. Abschließend wurde dargelegt, was man alles über Suchmaschinen herausfinden kann. Am Ende des Workshops wurden vom Referenten Handlungsmöglichkeiten entwickelt, um sich schließlich vor derartigen Angriffen schützen zu können.

 

Im Forum Strategie öffnete Dr. Henning Kropp, Manager bei der Sanovis / Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Münster, die Augen der Workshop-Teilnehmenden für die Einführung einer Digital Strategy Map als notwendi-ge Basis für Digitalisierung. Digitale Beratung mit Hilfe von Portalen, digitales Wohnen unter Nutzung von Assistenzsystemen, digitale Mobilität durch „Super-Rollatoren“ seien längst Alltag geworden. Digitalisierung, so der Referent, finde in der Sozialwirtschaft bereits seit längerem statt, müsse aber dringend strategisch und priorisierend angegangen werden, da die Themenvielfalt bei der Planung und Steuerung der Informationstechnologie drastisch zunehmen werde. Eine reine ad hoc-Steuerung der IT sei dann kaum mehr möglich. Notwendig sei eine Digitalisierungsstrategie, um den Wandel aktiv gestalten zu können.

 

Kip Sloane von der rosenbaum nagy Unternehmensberatung GmbH in Köln führte den Gedanken einer notwendigen Digitalisierungsstrategie in seinem Vortrag Gefahr oder Erfolgsgarant? Digitale Transformation von Steuerung ist Managementaufgabe weiter aus. Die Digitalisierung nehme eine exponentielle Entwicklung, während gleichzeitig die Komplexität in der Sozialwirtschaft etwa wegen weiterer Gesetzesreformen und weiter fortschreitendem Fachkräftemangel zunehme. Deshalb sei Digitalisierung Managementaufgabe. Aufgabe der Führung sei es, die langfristige Handlungsfähigkeit der Träger sicherzustellen. Eine Digitalisierung ohne eine parallele Einführung eines Change-Managements mit agilen Füh-rungsmethoden ist nach Auffassung des Referenten zum Scheitern verurteilt. Das Management sollte die Digitalisierung systematisch steuern und zu einem Erfolgsgaranten zu machen.

 

 

Die Professoren Steffen Arnold und Hans-Christoph Reiss dankten abschließend allen Beteiligten in Vorbereitung und Durchführung der Tagung. Die Ideengeber und Treiber der Veranstaltung kündigten schließlich schon mal die 2. Sozialwirtschaftliche Managementtagung in Villingen-Schwenningen an – und die 25. Tagung in Mainz. Demnach soll die Jubiläumsausgabe in Mainz am Mittwoch, 4. März 2020, am Traditionsort in der Hochschule Mainz stattfinden. Für Villingen-Schwenningen suchen Sie noch einen Termin, der ggfs. auch im Frühjahr liegen könnte.